Mein Traum
Ich saß mal wieder fest, in dem üblichen Stau an der Ampel der 27 de Febrero mit Winston Churchill, ich starrte mit sehnsüchtigem Blick auf die intelligente Ampel, die sogar rückwärts zählen konnte.
Der Beamte von Amet machte gerade eine Pause, so konnte die Ampel den von ihr erlernten Beruf ohne fremde Einflussnahme ausüben. Rechts von mir standen die Guaguas Voladoras, an jeder offenen Tür hing einer dieser Boys heraus, deren Aufgabe darin bestand, zu kassieren und die Verkehrsteilnehmer wie scheue Hühner vor sich her zu jagen.
Es war der dritte Wechsel des grünen Lichts, als ich sie zum ersten mal sah. Sie stand am Straßenrand in ihrer schwarzen Kleidung, die Sense lässig über der Schulter haltend, sie war sogar irgendwie schön, wie sie dastand, es ging eine spürbare Ruhe von ihr aus, sie sah zu mir herüber.
Verdammt, warum sah sie denn keiner? Nur ich!
Ich schrie und deutete auf sie: "Schaut, schaut da drüben.“ Warum, ja warum sah sie denn keiner? Da spürte ich diesen Schmerz, er zerschnitt mir die Brust, er nahm mir den Atem, ich wollte schreien, aber ich konnte nicht. Ich schloss die Augen, ich wollte den Schmerz vertreiben, ich wollte nicht mehr an dieser verdammten Ampel stehen. Ich wollte in mein Bett, ich wollte zu meiner Familie, ich wollte bei mir zu Hause sein.
Und da stand sie, sie stand neben mir und legte mir die Hand auf die Schulter: „Deine Zeit ist abgelaufen, komm mit mir.“
„Halt, warum, wer bist du?“ Als ob ich das nicht wüsste. „Ich habe um zwei einen Termin, den kann ich auf keinen Fall versäumen.“
Doch sie ließ nicht locker, ihre Hand ruhte bestimmt auf meiner Schulter und ließ mich nicht los.
Als ich mit ihr die Winston Churchill in Richtung Meer ging und nochmals zurückblickte, sah ich wie die Boys aus den Guaguas zu mir liefen und mit den Armen in der Luft fuchtelten. Es war ein seltsames Gefühl, mich dort in meinem Auto sitzen zu sehen.
Sie ging mit ruhigen Schritten neben mir. Als ich den Versuch unternahm zu entwischen, krallten sich ihre spitzen Finger in meine Schulter, oh was war das, ich war tot, aber ich spürte den Schmerz. Ich wurde ruhig, ich begab mich in mein Schicksal.
„Was nun?“ fragte ich sie.
„Das liegt nicht an mir.“ war ihre Antwort.
„Wohin gehen wir?“ wollte ich wissen.
„Nur ruhig, du hast nun viel Zeit, hier auf dieser Seite kennen wir keine Hektik.“ erwiderte sie.
So lief ich bereitwillig wie ein kleines Hündchen neben ihr her. Das war nicht nur sprichwörtlich gesprochen, sie war doch mindestens drei Köpfe größer als ich.
Als wir in die Nähe des Malecons kamen, sah ich es, es war ein Segelschiff, es lag dort vor Anker. Ein langer Steg führte hin zum Land.
Da sah ich auch die Anderen, sie waren wie sie die mich hierher brachte, jede ging neben einem Toten, den sie mit der linken Hand neben sich her führten.
Wir gingen über den Steg in das Schiff und mein letzter Blick sah nochmals hinüber zu dem von mir allgeliebten und gehassten Santo Domingo.
Meine Ankunft bei Ihm
Wir erreichten die Wolkenbänke und betraten „den Himmel“ durch ein riesiges goldenes Tor.
Es war ein riesiger Saal, in der Mitte sah man das Auge des Heiligen Geistes umgeben vom blauen Himmel und kleinen Engelchen mit verschieden Musikinstrumenten.
Er war eine strahlende Erscheinung und saß, umgeben von einem hellen goldenen Licht, hinter einem riesigen an Barock erinnernden Schreibtisch.
Ich ging erhobenen Hauptes auf ihn zu, voller Stolz, wenn ich hier war, bedeutete das, dass mich der Andere, der mit dem Pferdefuß, mit den Hörnern, der aus der Unterwelt, nicht fassen konnte oder wollte.
„Seid Ihr der, der alles erschaffen hat, der, der den Anfang und das Ende bestimmt, der Chef?“
„Richtig, der bin ich.“
„Dann entschuldigen Sie bitte, aber ich habe eine Beschwerde“ stieß ich zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.
Er lehnte sich in seinem riesigen Ohrensessel bequem zurück. Er sah mich aus zusammengezwickten Augen spöttisch an.
„So. Und die wäre...“ antwortete Er mir.
„Ihre Welt, die, die Sie geschaffen haben, taugt für nichts.“ brachte ich stotternd hervor.
„So. Siehe da, wieder einmal einer dieser Besserwisser, einer dieser Weltverbesserer, als ob wir nicht genug dieser Sorte hier hätten.“
„Sag schnell in welche Abteilung du willst, ihr seid doch alle gleich, faul, habgierig, Großsprecher. Windräder habe ich euch genannt. Würde dir vorschlagen, du gehst in die diplomatische Abteilung, dort kannst du keinen Schaden anrichten und dich mit deinen großen Worten großtun.“ riet Er mir.
„Nein! Nein!“ schrie ich. „Ich will zurück, ich will Eure Welt verbessern, sie lebenswerter, GERECHTER machen.“
„Wenn ich mich richtig erinnere, letztes Mal hab ich einen Bayer zurückgeschickt, der mir hier auf die Nerven ging, der kam nie mehr zurück und ist angeblich unauffindbar, berichten mir meine Abgesandten, obwohl ich ihn jeden Tag im Hofbräuhaus sitzen sehe. Die ihm aufgetragene Aufgabe hat er ebenfalls nicht erfüllt, die bayerische Regierung hat meine Botschaft nie erhalten.“ knurrte Er.
„Ja wissen Sie, das war eben der Fehler, sie hätten keinen Süddeutschen schicken dürfen. Na ja, Sie wissen ja, die mögen alle das Bier, Knödel, Schweinsbraten und Sauerkraut, da können die nicht wiederstehen. Sie hätten einen Preußen schicken müssen, die sind pflichtbewusst, genau und treu.“ antwortete ich Ihm.
„So, einen Preußen, aber du bist auch ein Süddeutscher, wie ich hier in meinen Papieren sehe.“ meinte Er. „Warum soll ich also dich schicken.“
„Süddeutscher ja, aber kein Bayer, ich komme aus Baden-Württemberg, wissen Sie. Mercedes Benz, WMF, Cannstatter Zuckerle, na ja, Sie wissen schon. Suchen Sie mal in Wikipedia unter Reform und Baden-Württemberg, wir sind groß in allen Arten von Reformen, Land-Reformen, Steuer-Reformen, Gemeinde-Reformen usw., naja sie wissen ja alles. Sie haben sicher das alles in Ihren Büchern.“ brüstete ich mich.
„Aha, ich sehe, ich soll dich zurücksenden möglichst nach Baden-Württemberg, ein anderer der mir verloren gehen soll.“ höhnte Er.
„Nein, nein, in irgendein Land! Ich werde Ihnen beweisen, wie man die Arbeit besser machen kann.“ sprach ich zu Ihm.
„Tja, wenn ich so nachdenke: ich habe im Moment ein großes Problem, es bereitet mir seit Jahren Kopfzerbrechen, leider hilft mir kein Aspirin, sonst hätte ich dieses Problem mit einer Tablette und einem Glas Wasser längst hinuntergespült. Ich werde dich dorthin schicken. Habe meine Bedenken, ob es mein Problem lösen wird, die machen dort sehr guten Rum und die Frauen sollen sehr schön sein, sagen sie. Ihr „Extranjeros“, wie sie euch dort nennen, verfallt diesen Lastern zu schnell. Aber ich werde es versuchen, du hast ja deine ersten Erfahrungen dort gemacht. Vielleicht kannst du die Regierung in die richtige Richtung bewegen“ sprach Er und im nächsten Augenblick stand ich genau dort, wo ich die Erde als Lebender zuletzt gesehen habe.
Meine Rückkehr
Lautes Quietschen eines bremsenden Autos, das da plötzlich kurz vor mir zum Stehen kam, überzeugte mich, ich war wieder auf der Erde.
Als der Fahrer mir ein „hijo de p...“ zurief, wusste ich: Er hatte sich nicht geirrt, ich war wieder in Santo Domingo.
Mit zitternden Knien setzte ich mich vor der Plaza Lama an die Bushaltestelle, um nachzudenken, wo und wie ich beginnen sollte.
Als ich mich setzte, spürte ich in meiner Hosentasche ein dickes Bündel, vorsichtig zog ich es heraus. Ich sah mich nach allen Seiten um und öffnete es.
Drei Dinge hatte Er mir mitgegeben, „Überzeugungskraft“, „Hilfsbereitschaft“ und „Vertrauen“ . Ich schloss den Beutel. Geld, Geld brauche ich, was fange ich mit diesem anderen Kram an, wer kann ohne Geld hier etwas anfangen? Einmal mehr war ich überzeugt, „Er“ kannte das wahre Gesicht seiner Schöpfung nicht.
In diesem Moment bremste ein schwarzer Toyota Landcruiser neben mir, die Tür öffnete sich und der Abgesandte von „Ihm“ stand vor mir: du bist mein Nachfolger wurde mir heute gemeldet. Er übergab mir eine Tüte mit hineingestopften Papieren und ein paar Schlüssel und war verschwunden.
"Hallo sie, steigen sie in ihr Auto, sehen sie nicht den Stau, den sie verursachen?" flehte mich der Beamte von Amet an, er sah mich überhaupt sehr befremdlich an, es war, als hätte er ein Gespenst gesehen. Vielleicht war es derselbe, der mich al Toten gesehen hatte.
Der Fahrer fuhr an und ich hatte Zeit, aus dem Fenster die vorbeihuschenden Menschen zu sehen, warum waren sie alle so dünn, alles so schmutzig, alle Ampeln waren ausgeschaltet, die Türen und Fenster in den Geschäften standen offen, überall sah man bewaffnete Soldaten und Polizisten, alles machte einen furchterregenden Eindruck.
Ich frage den Fahrer, welches Datum heute sei, es war der 18 Mai 2010, zwei Tage nach den Wahlen und zwei Jahre später als ich das letzte mal am Leben war.
„Welche Partei hat gewonnen?“ frage ich und mit einem Blick, als ob er mich für verrückt halte, antwortete er „Natürlich wer schon, es gibt nur eine Partei.“
Ich zog meinen Beutel aus der Tasche und steckte die „Überzeugung“ in meine Brusttasche, es war alles leichter, ich musste sie nicht zwischen den Parteien aufteilen, was ich hätte tun müssen, wenn es mehr als eine Partei gegeben hätte.
Das Auto hielt vor dem Regierungspalast und der Fahrer öffnete mir die Tür, ich sah, er hatte seinen Gürtel um fünf Löcher nach rechts geschnallt, die Hose schlenkerte um seine Hüften und Beine.
„Bist du krank?“ fragte ich ihn.
„Nein, warum?" antwortete er.
„Na ich meinte nur.“ sprach ich zu ihm, „Du nimmst letzthin unwahrscheinlich ab" meinte ich. „Habe geglaubt, sie bemerken das nicht.“ antwortete er.
„Was ist los, hast du nicht genug zu essen?“ frage ich ihn.
„Na ja, wie alle in der Bevölkerung.“ meinte er.
„Wir werden sehen, was wir tun können.“ sprach ich.
„ Das sagt ihr nun seit sechs Jahren.“ knurrte er.
„Werde nicht frech.“ meinte ich.
Langsam schritt ich zum Eingang, ein ganzes Heer von Herren in schwarzen Anzügen beherrschte die Szene.
„Hallo, sie sind der neue Minister für die soziale Fürsorgeplanung, habe ich gehört.“ begrüßte mich einer der wichtig erscheinenden Personen, die direkt in den Palast eintreten konnten ohne dass Sicherheits-Ritual über sich ergehen lassen zu müssen. „Wir müssen uns unbedingt heute noch treffen.“ meinte er, als er in dem langen Gang nach links abschwenkte.
Die dritte Türe auf der linken Seite trug meinen Namen, Minister für Soziale Zukunftsberechnung stand in dicken Lettern unter meinem Namen. Keine Ahnung, was das bedeutete, aber alle Regierungen verstehen es, neue Posten zu schaffen um Steuergelder zu verbraten.
Im Vorzimmer gab es eine dicke Dame und zwei junge kichernde Mädchen, die mir einen guten Morgen wünschten.
Ich betrat mein Büro, welches als größtes Inventar das Bild des aktuellen Präsidenten beinhaltete.
Genau unter diesem Bild stand mein Sessel, in dem ich nun Platz nahm.
„Bring mir die Unterschriftsmappe der letzten Tage“ telefonierte ich der dicken Dame.
„Aber Herr Minister, so früh am Morgen?“ fragte sie entsetzt. Anscheinend war sie es von meinem Vorgänger gewohnt, erst Nachmittags nach Vier zu arbeiten.
Die Arbeitssitzung mit dem Präsidenten war für 10 Uhr angesetzt worden, wie üblich kam er erst um 11.30, so hatte ich genug Zeit, mich mit allen Anwesenden vertraut zu machen. Der Inhalt meines Beutels „Vertrautheit“ half mir hierbei sehr viel, so konnte ich die tiefsten Gedankengänge de Anwesenden erforschen.
Ich konnte alle in zwei Gruppen eingliedern, die eine Abenteurer, Geschäftemacher und nur auf ihren eigenen Vorteil aus, die andere zum Teil gemischt mit der ersten, aber auch die, die es Ernst mit ihrer Mission als Repräsentant der Volksmeinung nahmen und keine persönliche Bereicherung in ihren Gehirnen hegten.
Das Versagen von Ihm
Die Bevölkerung war durch das Fehlen einer Familienpolitik auf über zwölf Millionen angewachsen.
Die Flüsse, in die alle Abwasser ohne jegliche Entsorgung geleitet wurden, waren total verseucht. Anlieger, die in Flussnähe wohnten, erkrankten an vielen Haut-, Magen- und Darm-Erkrankungen. Die Todesrate bei Neugeborenen war auf über 28% angestiegen.
Die Stromversorgung des Landes war vor einem Jahr, als der Ölpreis auf über 200 Dollar gestiegen war, total zusammengebrochen. Es gibt nur noch vier Stunden täglich Strom. Durch den hohen Strompreis war die Zahl der Stromdiebe aufs unermessliche gestiegen.
Nur noch die großen Firmen bezahlten ihren Stromverbrauch.
Spekulanten hatten freie Hand, so wechselten die Eigentümer der Stromerzeuger und Kommunikationseinrichtungen monatlich. Es war alles, als wäre es ein großes Kasino ohne Einschränkungen und Gesetze.
Durch die Stromausfälle hatten Diebe und Rechtsbrecher freie Hand, die Polizei und Justiz stand dem Problem machtlos gegenüber.
Die zwei größten Banken waren auf Grund von Spekulationen bankrott gegangen.
Die Inhaber der Börse von Santo Domingo saßen in Najayo, nachdem sie bein Geldwaschen ertappt worden waren.
Die Transportkosten waren gestiegen, der öffentliche Verkehr war total zusammengebrochen. Durch die Diebe von Eisen und Kabeln war die erst vor kurzem in Betrieb genommene Metro dazu gezwungen, ihren Verkehrsbetrieb nur noch auf das Wochenende zu verlegen.
Die hohe Emigration des Nachbarlandes hatte dazu geführt, dass alle Wälder abgebrannt wurden, um Bananen und Yucca anzubauen. Die ersten Ernten waren sehr gut gewesen, doch dann fiel sechs Monate kein Regen und vertrocknete alles. Die Reisernte war durch die ansteigende Zahl von Ungeziefer und anderen Plagen so gut wie null.
Die Wasserversorgung von Santo Domingo musste auf Grund des fehlenden Regens und der Verschmutzung der Flüsse auf zweimal wöchentlich beschränkt werden.
Gottesdienste, um Ihn um Regen zu bitten, waren ergebnislos geblieben. Sein Abgesandter, den ich nun ablöste, hatte als Staatsdiener die hohen Gehälter und Vorzüge kennengelernt und darüber seine von Ihm übertragene Aufgabe total vergessen. Er verbrachte die meiste Zeit in seiner Villa in La Romana oder Jarabacoa und überliess seine Aufgaben alleine Ihm.
Die Schuld an allem wurde den Spekulanten, dem lieben Gott und den bösen illegalen Einwanderern zugeschoben.
Die Regierung hatte Kreditkarten verteilt, um die Bevölkerung zu beruhigen und um Streiks und Revolten zu vermeiden. Ein großer Teil dieser Karten war in Händen von Leuten, die keinerlei Bedürfnisse hatten, sodass täglich Kinder verhungerten oder durch die zunehmenden Krankheiten starben.
Die Gesundheitspolitik war zu einem riesigen Betrugsapparat angewachsen. Krankheitsberichte wurden gefälscht, Visiten berechnet, die nie stattgefunden hatten, Arzneien berechnet, die der Patient nie erhalten hat.
Es war, als hätte der Pferdefüßige das Land erobert, vom lieben Gott sprachen nur noch die Alten, Kranken und Gottesdiener.
Sein Wille geschehe
All dies wurde mir bei der ersten Versammlung mit dem Präsidenten vermittelt.
Meine Hilfsmittel, die Er mir mitgegeben hatte, halfen mir alle zu überzeugen und folgende Änderungen zu verursachen. So konnte ich es anstellen, dass sein Wille geschah.
Das Einparteien-System wurde abgeschafft, alle direkten und indirekten Hilfen der Regierung durch Gesetze verboten.
Alle korrupten Politiker wurden verurteilt und ihres Hab und Gutes enthoben. Die Gehälter der Beamten und Funktionäre wurden durch Tabellen geregelt, alle zusätzlichen Leistungen waren in dieser Tabelle mit bewertet.
Dadurch erwachte erneut das Vertrauen der Bevölkerung in ihre Regierungspartei und die Beliebtheit des Präsidenten und der Partei nahm um mehr als 40% zu. Die Dominikanische Republik galt plötzlich bei Transparency International und anderen Institutionen als Musterland.
Die Spekulation des Ölpreises wurde verboten, dadurch ging der weltweite Ölpreis auf 88 Dollar zurück.
Die Stromerzeugung war auf einmal wieder lukrativ, besonders nachdem die einzelnen Stromkonzerne in eine Mutter-Gesellschaft eingebracht worden waren, die die Preise und Bedingungen regelte. Für die kleinen Stromverbraucher und Haushalte wurde ein Verbrauch zwischen 150 und 300 Pesos festgelegt, die alle bezahlten, so ging das Defizit des Stromkonzerns auf weniger als 1.5% zurück.
Die Wälder wurden neu bepflanzt, es wurden sogenannte Plantagen-Wälder für die Holzgewinnung und Naturschutzgebiete, in denen jegliches Verändern verboten war, geschaffen, so kam auch der Regen zurück. Die Landwirtschaft begann wieder, die Versorgung des Landes zu gewährleisten, die Stauwerke hatten genug Wasser, um billigen Strom zu gewinnen.
Die Gesundheits- und Schulpolitik wurde total geändert, Kinder wurden in staatlichen Schulen herangebildet, die den privaten Schulen das Rennen abnahmen, da diese mit den Leistungen der staatlichen Einrichtungen nicht mithalten konnten. Die Transporte von und zur Schule, sowie alles Lernmaterial war umsonst, so wurde den Familien die größte Last genommen und das Geld reichte aus, um allen eine gute Verpflegung zu garantieren. So veränderte sich auch das Krankheitsproblem. Die Betten standen plötzlich leer und die Ärzte hatten genug Zeit für Ihre Patienten. Die Regierung sparte sich mehrere Millionen an Honoraren und Zuschüssen.
Die Eisen und Kabel-Aufkäufer wurden verstaatlicht oder unter staatliche Aufsicht gestellt, jeder Ankauf musste belegt werden, so konnte die Metro ihren täglichen Verkehr zur Befriedigung und Begeisterung der Bevölkerung wieder aufnehmen.
Alles regelte sich langsam, das Land nahm seine Wendung zum Guten, man sah und hörte die Dominikaner wieder lachen, sie tanzten, Domino war wieder der Volkssport Nummer eins, die verbitterten Gesichter verschwanden von der Bühne, alles nahm seinen glücklichen Lauf.
Er hatte mich nachts bereits zweimal besucht und sich mit mir zu beraten. Er wollte andere Länder ebenso verändern.
„Jarold wach auf, es ist sieben Uhr, du musst zur Arbeit, es gibt keinen Strom, du musst die Planta anwerfen, die Zisterne ist leer, hole Wasser beim Nachbarn, die Kinder müssen in die Schule gebracht werden.“ rief meine Frau und riss mich jählings aus meinem Traum.
„Ja, Jadoch, ich gehe ja schon, sch... Wirklichkeit, was war das doch für ein schöner Traum, aber leider nur ein Traum, wie leicht könnte er doch Wirklichkeit werden?

